ARCHITEKTUR


Von Anfang an, bereits vor 20 Jahren wurde mit dem Lokal in der Rotgasse der Geschmacksbegriff auch auf Gestaltung und Präsentation bezogen: Die Architektur ist wesentliches Transportmittel für Philosophie und Atmosphäre. So wie die Küche neue Geschmackssensationen kreiert, die auf traditioneller Erfahrung gründen und zugleich die Neugierde unserer Zeit befriedigen, vermittelt in allen KIANG Lokalen zeitgenössische Formensprache eine Stimmung, die besonders auch Menschen anspricht, die im weitesten Sinn aktuelle Kreativarbeit leisten.

Besonders erfolgreich ist das Engagement von Helmut Richter, der nicht nur 1985 das Lokal im ersten Bezirk gestaltete, und damit das erste moderne Asia-Restaurant der Stadt schuf, sondern für die offene Glas-Architektur des Lokals am Rochusmarkt im dritten Bezirk 1998 mit dem Loos-Preis ausgezeichnet wurde. Der Annex des Lokals in der Rotgasse, um die Ecke am Fleischmarkt, machte unter dem Namen K2 in der Einrichtung des jungen Architektenteams artec mit seiner Kuhfell-Bar Furore, bevor es zwei Jahre später als Sushi-Bar den Reigen jener so erfolgreichen japanischen Gastronomie in Wien eröffnete. Nun wird es als TAKE A KIANG neugestaltet wiedereröffnet.

Zuletzt fügt sich das KIANG noodles in der Joanelligasse mit seinen langen Tischen und Bänken als Zitat des bekannten Londoner Wagamama in das Bild gelungener zeitgenössischer Innenarchitektur für asiatische, internationale und moderne Gastronomie. Überall spielt Licht und Farbe eine wichtige Rolle: das blaue Glas der Eingangstüren, klare Formen und Materialsprache vermitteln überzeugend, wie schon in der Küche, ohne unnötige Würze (Glutamat) und Schnickschnack (Asia-Kitsch) geschmackvollen Genuss.